Wahlprüfsteine Jazz in Hamburg Frage 4 von 7

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Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass Ausschreibung und Vergabe der Mittel aus dem Musikstadtfonds so durchgeführt werden, dass die verbindlichen Förderzusagen mindestens ein halbes Jahr vor dem Startpunkt der Projekte erfolgen können, um mehr Planungssicherheit für die Geförderten zu gewährleisten?

SPD
Die Auffassungen der Antragstellenden bezüglich der Fristen sind sehr unterschiedlich. Wir werden die Anregungen des Jazzbüros aufgreifen und mit der zuständigen Behörde darüber in Dialog treten.

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
" Wir wissen um die hohe Bedeutung langfristiger Planungssicherheit für Kulturschaffende. Gern wollen wir prüfen, warum bislang Förderzusagen nur kurzfristig erfolgen können und wie diese Situation zu verbessern ist.

CDU
Ja. Eine frühere Vergabe der Mittel aus dem Musikstadtfonds ist anzustreben.

DIE LINKE
Ja, obwohl es vermutlich bedingen wird, dass grundsätzlich Förderanträge wesentlich früher gestellt werden müssten und daher kurzfristige Projekte weniger Fördermöglichkeiten erhielten. Vermutlich wäre daher eine andere Vergabe von Fördermitteln in Erwägung zu ziehen.

FDP
Ja, soweit dem keine rechtlichen Gründe entgegenstehen. Eine rechtzeitige Ausschreibung und letztlich auch Förderzusage ist nach unserer Auffassung Voraussetzung für eine erfolgreiche Vorbereitung und ggf. Bewerbung von Projekten und Veranstaltungen, die aus dem Musikstadtfondsgefördert werden.

Wahlprüfsteine Jazz in Hamburg Frage 5 von 7

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Und dass feste Programme und Reihen über einen Antrag auch über mehrere Jahre gefördert werden können, um mehr Planungssicherheit zu erreichen, Kosten und Stress bei der Abwicklung über nur zwölf Monate zu reduzieren und die Nutzung der Fördermittel somit effektiver und nachhaltiger zu machen?

SPD
Der Musikstadtfonds bietet durchaus die Möglichkeit, für komplexe Projektvorhaben einen Antrag über mehrere Jahre zu stellen.

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
Diesen Vorschlag werden wir prüfen.

CDU
Die CDU Hamburg befürwortet ebenso, dass zumindest ein Teil der Mittel aus dem Musikstadtfonds auch über mehrere Jahre vergeben wird. Ein zweiter Teil muss aber für kurzfristiger entstehende Projekte verbleiben.

DIE LINKE
Mehr Planungssicherheit halten wir für unbedingt wichtig. Von daher unterstützen wir mehrjährige Förderungen, obschon seitens der Verwaltung schon jetzt diese Möglichkeiten bestehen und sich die Frage stellt, warum bzw. mit welchen Begründungen sie nicht angewandt werden.

FDP
Mehrjährige Förderzusagen sind zwar zulässig und im Sinne der Planungssicherheit und Bürokratiereduzierung sicher auch wünschenswert. Sie müssen jedoch auch im Gesamtbudget eines Fonds oder gar des Gesamthaushalts abzubilden sein. Das Anliegen wäre demzufolge aus unserer Sicht zwar zu unterstützen, zunächst sind aber die entsprechenden Budgetplanungen zu prüfen. Jenseits dessen ist der Senat der Bürgerschaft als Haushaltsgesetzgeberin zur jährlichen Rechenschaft verpflichtet. Eine regelmäßige Verwendungsnachweispflicht von Zuwendungen bliebe insoweit in jedem Falle bestehen

 

Wahlprüfsteine Jazz in Hamburg Frage 6 von 7

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Sind Sie bereit, die Mittel für den Musikstadtfonds schrittweise von derzeit 600.000 € auf mind. 1 Mio. € in 2025 zu erhöhen?

 SPD
Die Förderung der Hamburger Musikszene ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir werden uns dafür einsetzen, die Fördermittel des Musikstadtfonds zu erhöhen.

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
"Musikstadt Hamburg" ist für uns nicht nur ein Label, sondern ein Auftrag. Unser Ziel ist es, Musik in ihrer ganzen Breite zu fördern, um die Musikkultur am Standort noch vielfältiger und vielstimmiger zu machen. Der Musikstadtfonds ist hierfür ein wichtiges Instrument, das wir weiter stärken wollen.

CDU
Siehe Frage 2

DIE LINKE
Ja, sofern sich die konkreten Förderbedarfe erschließen

FDP
Soweit dies im Rahmen der Haushaltsplanungen abzubilden ist, spricht nichts gegen dieses Unterfangen. Die FDP‐Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft hatte in der auslaufenden Wahlperiode zudem bereits den Vorschlag eines „Kulturfonds“ mit einem Volumen von bis zu einer Mio. Euro unterbreitet, aus dem die Stadt bis zu einer Einzelfall‐Summe von 50 TEUR für jeden privat an eine Kultureinrichtung gespendeten Euro selber auch noch einen Euro dazugibt.

 

Wahlprüfsteine Jazz in Hamburg Frage 7 von 7

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Sind Sie bereit, sich dafür einzusetzen, dass die freie Musikszene der Stadt, die insbesondere auch über den Jazz vertreten wird, durch Hamburg Tourismus gezielt gefördert wird?

SPD
Angebote aus dem Bereich der Jazzmusik werden ebenso wie die anderen Angebote der Musikmetropole Hamburg über das Hamburg Tourismus-Portal beworben. Die Förderung der freien Musikszene der Stadt ist uns ein besonderes Anliegen – hierzu wollen wir mit den Akteuren/-innen der Szene über zusätzliche Möglichkeiten ins Gespräch kommen.

GRÜNE
Es ist offensichtlich, dass die kulturelle Bewerbung unserer Stadt aktuell in der Regel über kommerzielle Musicals stattfinden. Wir finden, dass es Hamburg guttun würde, mit der gesamten Breite seines kulturellen Angebots wahrgenommen zu werden. Daher werden wir auch in Zukunft darauf drängen, dass Kulturschaffende bzw. Kultursparten beworben werden.

CDU
Wir wollen gemeinsam mit den Kulturinstitutionen und Vertretern aller Kulturbereiche gemeinsam erarbeiten, wie eine bessere Vermarktung durch Hamburg Tourismus endlich wirksam umgesetzt werden kann.

DIE LINKE
Nur bedingt. Jazz ist ganz sicher eine eher urbane Musikrichtung und so steht auch Hamburg touristisch für diese Musikrichtung. Aber gerade die Mechanismen der touristischen Verwertung – Stichwort „Massentourismus“ – stehen nach unserer Auffassung teils im Gegensatz zur Ausrichtung von Jazz und improvisierender Musik, die nicht die Massen wohl aber die musikaffinen Stadtbesucher*innen anspricht. Festivals wie das Elbjazz-Festival in Hamburg sind wichtig und haben sich für den Jazz auch als Aushängeschild erwiesen. Ob dies aber der breiten Jazzszene an Clubs und Musiker*innen gerecht wird, wäre vorab kritisch zu überprüfen.

FDP
Eine entsprechende Bewerbung der freien Musik‐ und insbesondere der Jazz‐Szene durch Hamburg Tourismus ist aus Sicht der Freien Demokraten ein sinnvolles und unterstützens wertes Unterfangen.

Jazzbüro Hamburg: mit frischem Wind ins neue Jahrzehnt!

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Der Verein Jazzbüro Hamburg beschließt eine Neuausrichtung der Arbeit und Strukturierung zum Dachverband der Hamburger Jazzszene.

Die Mitgliederversammlung des Vereins Jazzbüro hat im Dezember die Neufassung seiner Satzung beschlossen. Ziel ist es, sich zu einem effektiven Dachverband der Hamburger Jazz-Szene zu entwickeln. Dafür können in Zukunft auch Vereine und Personenvereinigungen Mitglied werden. In dieser Mitgliederversammlung wurde auch ein neuer Vorstand gewählt. Neben dem bisherigen ersten Vorsitzenden Prof. Lars Seniuk und dem Schatzmeister Mischa Schumann gehört nun Günter Muncke von der Jazz Federation als stellvertretender Vorsitzender dem Vorstand an. Mücke Quinckhardt wirkt weiter als Geschäftsführerin.

Damit setzt das Jazzbüro die Ergebnisse eines dreitägigen Strategieseminars um, an dem zwanzig Musiker*innen, Akteur*innen und Vertreter*innen von Institutionen der Hamburger Jazz-Szene teilgenommen haben. Anliegen des Seminars war es, Visionen für die Musikstadt Hamburg aus der Sicht des Jazz inhaltlich zu skizzieren, die Aufgabenbereiche und Aktionsfelder der einzelnen Beteiligten auszuleuchten sowie Synergien, gemeinsame Aktionsfelder und Strategien festzulegen.

Jazz hat in unserer Stadt eine lange Tradition und beheimatet eine quirlige Szene. In Hamburg leben, arbeiten und studieren hervorragende Musiker*innen. Und es werden erfreulicher Weise immer mehr. Viele neue Spielorte sind entstanden, die Festivals internationale Leuchttürme. Die Lebendigkeit der Szene zeigt sich in den über 100 Konzerten und Sessions, die jeden Monat in unserer Stadt stattfinden, und wo lokale Musiker*innen auf nationale und internationale Gäste treffen, sich die Genres mischen.

Das vom Jazzbüro seit Dezember 2018 betriebene Webportal www.JAZZ-MOVES.de, das neben einem Konzertkalender regelmäßig in Wort, Bild und Ton (Jazz-Moves TV, Podcasts, Artikel...) über die Szene berichtet, ist inzwischen schon ein unverzichtbares Tool geworden. Neben Köln ist Hamburg die zweite Stadt, die diesen Service anbietet.

Angemessene Arbeitsbedingungen für Musiker*innen, Komponist*innen zu schaffen, die Lebendigkeit der Szene zu beschützen und auszubauen, das öffentliche und politische Bewusstsein für kulturelle Arbeit ins angemessene Licht zu rücken und damit unseren Beitrag zu einer lebendigen Musikstadt zu leisten, sehen wir als wichtigste Aufgaben für das neue Jahrzehnt.

Jazz ist Begegnung, Improvisation, Miteinander – Jazz baut Brücken.
Das wollen wir mit unserer Arbeit unterstützen.

Jazzbüro Hamburg e.V.
Vorstand: Prof. Lars Seniuk, Günter Muncke, Mischa Schumann
Geschäftsführung: Mücke Quinckhardt

Pressenmitteilung vom 15. Januar 2020